Wie unser plastikfreies Leben begann...

Zwischen den Jahren 2014/2015 bleiben
mein Mann und ich spät abends vor dem
Fernseher hängen. Auf dem SWR läuft
eine Aufzeichnung von „Sag die Wahrheit“.
Dort zu Gast ist Sandra Krautwaschl,
die erzählt, wie sie zu ihrem plastikfreien
Leben kam.

Sie hatte im Kino den Dokumentarfilm
„Plastic Planet“ von Werner Boote gesehen und kam dadurch ins Grübeln. Aufgrund des Films plante Sie mit ihrer Familie ein vierwöchiges "plastikfrei-leben"-Experiment .  Mittlerweile lebt Frau Krautwaschl mit Ihrer Familie seit Jahren weitestgehend ohne Plastik und sie hat darüber auch ein sehr wertvolles Buch geschrieben.

Und dieses Buch musste ich lesen! Diesen Film musste ich sehen! Endlich würde ich Argumente dafür bekommen, warum ich schon lange unsere Kunststoffbrotdosen aussortieren wollte. So oft hatte ich schon angeregt, Sprudel in Glas - anstatt PET-Flaschen zu kaufen. Mein Interesse war geweckt.

Nachdem ich Sandra Krautwaschls Buch „Plastikfreie Zone“ gelesen habe, ist klar, dass das etwas geändert werden muss.

Der für mich zentrale Satz war: “Lokal handeln, global denken!“

Wer lokal kauft, vermeidet lange Lieferwege, lange Lagerzeiten und fördert lokale Arbeitsstellen und den Anbau der Produkte in relativer Nähe.
UND man nimmt mal wieder am wahren Leben teil, statt nur im Internet zu kommunizieren.
So sprach ich dann zu meinem Mann: “Schatz, das machen wir jetzt zukünftig auch!“
Er ist mittlerweile gewohnt, dass Widerstand zwecklos ist und so fügte sich der Arme seinem Schicksal.

Ab da liefen wir mit ganz anderen Augen durch Supermärkte und Bioläden. Wahre Plastikparadiese! Wenn man erst einmal darauf achtet, ist es erschreckend.
Vor allem auch Bioprodukte sind fast ausschließlich in Plastik verpackt. Jede Gurke hat nochmal ihre eigene Plastikhaut! Bananen eingeschweißt in Plastik. Es war ernüchternd.

'Wie also packen wir dieses Projekt jetzt am besten an? Auf ging es also zum Simmerner Wochenmarkt. Dort gingen wir zu einigen Ständen und fragten, ob wir verpackungsfrei einkaufen könnten - sprich Gläser und Dosen mitbringen dürfen.

Und siehe da: Alle Händler unterstützen uns. So konnten wir also loslegen.
Aber wie kaufen wir jetzt all die Dinge ein, die wir nicht auf dem Wochenmarkt zu bekommen sind?  Zum Beispiel Haushaltswaren, Körperpflege, Zahnbürsten, Klobürsten, etc.? Nach ein paar Wochen des neuen Einkaufslebens gerieten wir immer wieder an Grenzen.

Mein Fazit aus diesen gesammelten Erfahrungen war:: “Dann mach ich es eben selber!“ Tja, und hier bin ich nun und „gutes unverpackt“ :-)

Foto: kerstinundich.blogspot.com